Der Verein

Böllerclub Bellinghoven

Der Böllerclub Bellinghoven ist ein traditioneller Junggesellenverein mit dem vorrangigen Ziel der Brauchtumspflege. Beheimatet ist der Verein im Rheinland in dem Dorf Bellinghoven, einem Ortsteil der Stadt Erkelenz. Der Verein zählt derzeit 24 Mitglieder. (Stand: Februar 2007)

 

Inhaltsverzeichnis

Der Verein 


Die Mitglieder des Böllerclubs stammen alle aus dem Dorf Bellinghoven, oder sind mit diesem Ort eng verbunden. Im Alter von 16 Jahren ist es üblich einen Antrag auf Aufnahme in den Verein zu stellen. Vorraussetzung, die der Antragsteller mitbringen muss, ist lediglich das Junggesellen-dasein.  Denn die Mitgliedschaft endet, sobald dieses Dasein vorüber ist, sprich mit der Hochzeit.

Logo

Das Logo des Vereins ist, dem Namen entsprechend, eine Kanone. Das Logo in dieser Form wurde erst 2005 erstellt. Da alte Vorlagen verloren gingen suchte der Verein eine neue Kanone als Logo. Diese ähnelt allerdings stark der alten.

Brauchtum 


Traditionell ist es die Aufgabe des Böllerclubs das Maibrauchtum zu pflegen. Hierzu veranstaltet der Verein alljährlich den “Tanz in den Mai”. Bei diesem Fest wird der bunt geschmückte Maibaum, an dessen Spitze sich eine Birke befindet, von den Mitgliedern durch den Ort zu seinem Aufstellungsort am Dorfweiher getragen und dann mit purer Muskelkraft, unter den Augen der zahlreichen Besucher, aufgestellt. Anschließend halten die Mitglieder bis zum nächsten Morgen die Maiwache. Denn es gehört ebenfalls zur Tradition den Maibaum anderer Dörfer abzusägen. Um dieses zu verhindern, wird der Maibaum von sämtlichen Mitgliedern am Lagerfeuer bewacht. Während der Nachtwache besuchen einzelne Personen und Gruppen den Böllerclub, diese legen eine Rast in Bellinghoven ein, um anschließend ihre „Maie“ bei ihren Freundinnen aufzuhängen. Auch das “Böllern” bei Polterabenden wird von dem Verein gepflegt. Durch zahlreiche Kanonenschläge wird der ehemalige Junggeselle in seine Ehe verabschiedet. Zur Tradition des Böllerns gehörte ehemals auch das “Steinschürgen”, d.h. einem “Verflossenen” der Braut wurde ein riesiger Stein zum Gedenken an die vertane Chance vor die Haustüre gelegt.

Geschichte 


Wann sich zum erstenmal die Junggesellen des Dorfes zu einer eigenen Gruppe formell zusammengeschlossen haben, ist nicht überliefert. Wahrscheinlich geschah dies schon im Mittelalter oder in der Frühen Neuzeit, die Junggesellen wurden hierbei vermutlich zu besonderen Aufgaben für die Dorfgemeinschaft herangezogen. Bekannt ist, dass sich im Jahre 1719 die Männer sowie die Junggesellen aus Bellinghoven, sowie den übrigen Dörfern des Kirchspiels und der Stadt Erkelenz auf dem Marktplatz in Erkelenz versammeln mussten, um dem neuen Landesherren Kurfürst Carl Philipp zu huldigen und Treue zu schwören. In einer Zeitungsanzeige von 1856 lädt der “Junggesellen-Verein“ zu einem “ländlichen Fest zu Bellinghoven” mitten in dem trockengelegten und gereinigten Dorfweiher, der sogenannten Maar, ein. Zu Beginn der 60er Jahre des vergangenen Jahrhunderts gaben die Bellinghovener Junggesellen ihrer Gruppe den Namen “Böllerclub”. In den folgenden zwei Jahrzehnten organisierte der Böllerclub auch die Dorfkirmes, nahm am Rosenmontagszug in Erkelenz mit Karnevalswagen teil und trug Fußballwettkämpfe mit benachbarten Dörfern aus. Diese Aktivitäten wurden dann aber weitestgehend von den neu gegründeten Vereinen “Borussia Bellinghoven” und “Bellinghovener Karnevalsgemeinschaft” übernommen.

Weblinks 


Die offizielle Homepage von Bellinghoven
Offizielle Homepage des Böllerclub Bellinghoven
Ein WDR-Film über Bellinghoven